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Das Wörterbuch der Dübener Heide

 
Der Verein Dübener Heide hat das Wörterbuch der Dübener Heide auszugsweise digitalisiert. Weiter unten finden Sie die Wortliste. Die digitalisierte Form schicken wir Ihnen auf Diskette oder CD gerne zu, wenn Sie uns einen frankierten Rückumschlag und Briefmarken im Wert von 5 Euro als Schutzgebühr zusenden. Wenn Sie Anmerkungen, Ergänzungen, andere Worte haben, lassen Sie uns das bitte wissen.

Auszug aus dem Auszug: ....Die Dübener Heide gehört zum Obersächsischen. Es reicht im Westen an die Saale, im Norden an die niederdeutsche Sprachgrenze. Im Osten stößt das Obersächsische an die lausitzische Landesgrenze, die von Senftenberg über Ortrand und Radeberg bis Sebnitz führt. Im Süden geht die Grenze gegen das Böhmisch auf dem Kamm des Osterzgebirges entlang, dann über Chemnitz und Zwickau westwärts zur Saale. - Das Obersächsische zerfällt in das Dessau- Herzbergische, das Osterländische und das Meißnische...........
....Jedes hochdeutsche pf erschein anlautend als f (Pferd - Fährt), in - und auslautend als pp ( Strümpfe - Strimppe, Topf - topp);
b und p, d und t lauten gleich;
g ist stets j;
b zwischen zwei Selbstlauten wird zu w ( Leben - Läwen);
ö, ü, eu und äu sind zu e, i ei entrundet worden (König - Keenich, Hüte - Hiete usw.)....

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Index mit Anzahl des Auftretens
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Insgesamt 623 Einträge.

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Aarzenei, dieArzenei. Daneben haben Düben und Wildenhain die Einehme, Mühlbeck, Ogkeln, Reinharz das Einehmen^1), Schnaditz, Wellaune, Pristäblich, Falkenberg was ze einehm. M I 285^2)
ab"ob. M II 298; ab ich kumme, wees ich na nich"
abgestrichen volls. jeschleechte vull
Äbern, die"(Mehrzahl) Erdbirnen, Kartoffeln; in Krina Ardbarrn, im Westen und Norden der DH^3) Erdbarrn, im Rösa, Löbnitz, Schnaditz, Ärbern, sonst Äbern. Das schriftsprachliche Kartoffeln setzt sich mehr und mehr durch. M I 298"
ähm, ähmteben, vor kurzer Zeit. M I 273
Äje, die"Egge; Mühlbeck hat das veraltende Wort die Äjede. Bischoff 80^2)"
Äjchoaken, der"Haken zum Hochheben der Egge, um das Unkraut, das sich beim Eggen darunter angesammelt hat, zu entfernen; in Mühlbeck und Krina Äjethaken, in Wildenhain Äjenhaken"
Ärrlike, dies. Arnika
alswird in dem von mir durchforschten Gebiet gesagt, nicht as, was Stier weiter nördlich gefunden hat
anders sein"übel, unwohl sein; mich is janz annersch mir ist zum Brechen übel; in Mühlbeck, Krina, Schköna annersch, weiter östlich andersch. M I 20"
anpoopeln"sich wie eine Puppe lächerlich anziehen; auch eine Poopelmann (s.d.) anziehen. M I 24; Weigand 451"
Arnika, der(Arnika montana) wird als Heilpflanze in den Wäldern der DH viel gesammelt. Tornau hat Ärrlike, Authausen Arrlike, Mühlbeck der Arlik, Reinharz Arnike
Ausschlags. Kaake
außens. rinne
nach oben
b...siehe auch auch p...
Bach, diemit weiblichem Geschlecht. Vergl. Philipp, Zeitschrift für deutsch. Mundarten 1906, Heft 4
Bachstelze, die"(Motacilla alba) in Krina, Schköna, Kossa und im Wittenberger Kreise Backstelze mit niederdeutschem k; in den anderen Orten Bachstelze; in Schköna hörte ich auch Ackermann"
Bachschiffel, die"die Hülle, in der die Eichel sitzt; wegen der Form auch Tawwaksfeife genannt"
Backtrog, der"ausgesprochen Backtrock; bei Elsterwerda und in der Lausitz die Teese. Bronisch 180"
Bäcke, dernur in Wildenhain und Triestewitz, sonst der Bäcker. M I 52
Bätze, dies. Petze
balgens. kampeln
Ball spielens. facken
Ballwier, derBarbier. Schulze 29. Vergl. Schlüssel
Bannse, die"der Teil der Scheune rechts und links der Tenne, in dem das Getreide aufgeschichtet wird. Albrecht 84; Schulze 29; Neumann 235. Triestewitz hat Tast (s. dieses Wort)"
bannsenin die Banse schichten. Neumann 235
Barbiers. Ballwier
barwess"barfuß. M I 63; Schulze 29"
becks. Mühlbeck
beejens. biegen. Albrecht 86
Beetling, ders. Bittling
Beifuß, der"(Artemisia vulgaris) wird als Gewürz an den Gänsebraten getan. M I 80; Müller Volkswörter 63"
Beile, dieBeule, s. auch Brausche
bekommens. krein
Berg, derim Norden der DH Barch, im Westen Bark, um Düben und weiter östlich Berk, südlich von Düben Berch
Berges. Rüstzeug
bes"bis; s. auch sein"
Bettzeugs. Ewwerjeziehe
Beules. Beile
bezwingen"im Ringkampf jemand besiegen; im westlichen Teil der DH bezwingen, in Löbnitz und Wöllnau henn krein; in Löbnitz, Görschlitz, Pressel, Kossa und Falkenberg auch herre krein; (ich kann ihn nich herre krein!) ; von Tornau, Düben und Wellaune an ostwärts heißt es auch dermachen (ich kann ihn nich dermachen!) ; in Großwig, Groß-Korgau und Dahlenberg auch ermachen"
biegenin der DH ausgesprochen beejen, Löbnitz, Rösa, Krina, Schnaditz haben biejen. Albrecht 86
Bieje, dies. Biejenhols
Biejenhols, das"Buchenhoz; in Görschlitz und Korgau habe ich Bieje und Biejenhols gehört. M I 162; Weigand 300; der Baum heißt immer Buche, aber man sagt biejene Scheit, biejenes Hols usw."
Bienzichter oder – vaterheißt der Imker. Das Wort Zeidler, das als Familienname in der DH häufig vorkommt, wird für Imker nicht gebraucht.
Bindfaden, der"in Mühlbeck, Schköna, Schwemsal, Söllichau, Falkenberg und im Wittenberger Kreise Bimmfann; sonst im allgemeinen Binnfann, daneben auch Binnfadden, Bimmfadden, auch Bindfann"
Binse,die(Scirpus- oder Juncusarten) im westlichen Teil der Heide bis Tornau, Schnaditz, Wellaune Biese, weiter östliche Bisse
Birke, die"in Mühlbeck, Rösa, Krina, Schköna und in den angrenzenden Orten des Wittenberger Kreises (also in den Orten der alten Grafschaft Brehna) Barrke; um Düben und weiter östlich (im alten Osterland und der Mark Meißen) Bärrke; s.a. Maie"
bis"wird bes ausgesprochen; s.d."
biß"""-sei; s. sein"
bißchens. Linschen
Bittling, der"Bückling, geräucherter Hering; in Authausen sagten die ältesten Leute 1922 auch Beetling"
Bittschel, der und dasBüschel, e Bittschel Haare. M I 173. Vgl. Flausch
bläken"die Zunge herausstecken; auch jemanden anbläken. M I 19; Schulze 29"
Blaße"s. 1) Bluwwer; 2) Wasserblase"
blußblies. Um die Unsicherheit zwischen mundartlichem blus und hochdeutschem blies zu vermeiden, wird er tat blasen eingesetzt. M I 115
Bluwwer, die"im Wasser aufsteigende Luftblaße. `s rähnt Bluwwern es regnet so stark, daß auf dem Wasser Blasen aufspringen. Das Wort findet sich in Wörterbüchern aus niederdeutschen Gegenden, so bei Bronisch, Bruns Danneil, Berghaus I 165; in denen südlicherer Gebiete fehlt es. Es ist wahrscheinlich niederdtsch."
bluwwern"gluckern, von dem Geräusch der im Wasser aufsteigenden Blasen gebraucht; auch: viel und undeutlich reden, so bei Frischbier I 90; M I 123"
bockenauf allen vieren auf der Erde herumkriechen, bes. mit Beziehung auf kleine Kinder gebraucht
Bohrschwisch, der"Borstwisch, Handfeger; in Schköna Kehrwisch, in Rösa, Kossa Pressel, Laußig Bohrschbesen. M I 136; Kretschmer 230"
Born, der"Ziehbrunnen, meist im Garten, aus großen, aufeinandergesetzten Tonröhren. Das Wasser wird im Bornemmer mit dem Bornhaken herausgeholt. M I 134; s. Ellerborn"
boxen"in Löbnitz, Rösa, Schköna und westlich davon boxen, boxern; östlich der angegebenen Orte buxen, buxern"
Brausche, die"Beule am Kopf, die durch Stoß enstanden ist. M I 147; nach Hohmuth auch in Eilenburg neben Beile gebräuchlich"
Briche, die"Brühe. M I 160; auch Tunke, s.d."
Brombeere, die"(Rubus fruticosus). Im Osten der DH die Bramricken, in Rösa, Schwemsal, Schköna Brammerten; in Mühlbeck Brammerken und Brommeranken, in Meuro Bramranken, im Süden der DH Brammrichen, daneben Brummbeeren und Brommbeeren. Strauch und Früchte werden gleich bezeichnet. M I 156"
brummenim Gefängnis sitzen. M I 160
Brunnens. Born
Buches. Bieje
Bündel, das"in Mühlbeck, Rösa, Krina, in den Orten des Wittenberger Kreises und in Trossin (also in der alten Grafschaft Brehna) Bindel; südlich dieser Orte (im alten Osterland und in der Mark Meißen) Bingel"
Büschels. Bittschel
Bullkalbs. Mootsche
nach oben
chalmen"im Halbschlafe liegen. Das aussterbende Wort habe ich nur noch bei den älteren Leuten in Krina, Authausen, Pressel und Wöllnau gefunden. Hohenprießnitz, südlich von Düben, soll es noch in stärkerem Maße verwenden;vgl. Albrecht Vorwort S. VI und S. 142; M II 9"
Champignons. Schampeljong
Chors. Koor
nach oben
Dachforrschten"(Mehrzahl) Firstziegel; in Düben Dachfärrschten; in Mühlbeck, Krina, Meuro, Korgau Forscht(scht)ene. M I 333"
Dachrenne, dieDachrinne. Weigand 592 mittelhochdeutsch – renne
Dachsplitt, derMzhl.: - e und -er. Schmale, dünne Brettchen, die unter den zwischen zwei Dachziegeln entstehenden Spalt gelegt werden, damit es nicht durchregnet. M II 542
darniederin Mühlbeck, Krina, Schköna, Söllichau, Authausen und im Wittenberger und Torgauer Kreise drnäller, südlich der genannten Orte drnätter. Schlack’n drnäller, bes daß `e kniejelt! hörte ich einmal
deicht’ n jut, es "es tut ihm wohl; von einer Linderung gesagt, die einem Kranken gebracht wird. Weigand 334 däuchten; Schulze 32"
Demmse, dieauch Demmesse. Hitze, Gewitterschwüle. M I 193
dengelns. Sense
dermachens. bezwingen
derweileein Weilchen. Waarte maa derweile, ich kumme gleich! M I 212
Diese, die"Düse, Albrecht 101 – in der DH unbekannt; es wir Zelle dafür gebraucht"
Drahtwurms. Werre
Drahtzaun,derim Gegensatz zum Stacheet (s.d.), das aus Latten besteht, zur Schalwand, die aus Brettern dicht zusammengefügt ist, und zur lämden (lebenden) Hecke
drübens. remmne
Düngergrubes. Mistkeite
dünkens. deicht
düsterim Westen der DH dustrich (kurz u) , weiter östlich duuster
nach oben
ebens. ähm
Ecker, die"Eichel. Es wird mehr und mehr von Eichel verdrängt, das neben Eechel erscheint. Beim Kartenspiel wird es noch häufig gebraucht: Eckerndaus usw. Die Frucht der Buche heißt nur Buchecker. M I 274; Weigand 402 als mittel- u. niederdeutsch"
Egges. Äje
Eggenhakens. Äjehaken
eich, eiereuch, euer, nicht ach, aue, was Stier S.13 weiter nördlich in der DH bei Wittenberg fand
Eichel, Eechels. Ecker
Eidechse, die(Lacerta agilis) in Mühlbeck Heesexe, in Trossin Dahlenberg, Falkenberg, Roitzsch Heelexe, sonst Heedexe neben Eedexe und Eidechse, in Triestewitz Heedehexe. M I 279
Einnehmens. Aarzenei
eintauchenim Wittenberger Kreise intitschen, im Bitterfelder, Delitzscher und Torgauer Kreise eititschen, im Osten der DH auch eitunken
Eiter, der"in Wöllnau, Görschlitz Eter; s. Mateerje."
Eller, die"Erle, allgemein mit Umstellung gebraucht. Pritzel- Jessen: Eller von der Weser und Waldeck bis Livland; M I 291; Weigand 434; vgl. auch das folgende Wort"
EllerbornName einer Försterei zwischen Gräfenhainichen und Oranienbaum im nördlichenTeil der DH. Beide Bestandteile des Wortes zeigen die r- Umstellung, welche niederdeutsch zu sein scheint.
entlangIm Westen de DH langhinn, in Düben länghin, mehr im Norden der DH langhenn, im Südosten länghenn
entzweiIm Westen der DH innswee, weiter östlich ennswee
ers. he
Erbsen, grüneim Westen und Norden der DH Arwessen, im Süden Ärwessen, um Söllichau habe ich Schotenkerner gehört, von Rösa bis Wildenhainauch Schotennippser
Erdbirnes. Äber
ermachens. bezwingen
Eules. Kehreile
Ewwerjeziehe, das"Bettbezug, Kopfkissenbezug und Bettlaken; z.B. ein junges Mädchen hat in der Aussteuer sechsmaa Ewwerjeziehe. M II 594; in Reinharz, Ogkeln Ewwerjezieche, in Wildenhain die Zieche. M II 702; Kretschmer 118"
Examen, der"(männliches Geschlecht) M I 308; Bischoff § 218,1"
nach oben
facken"mit dem Ball spielen. Mädchenspiel. M I 309; im Kreis Liebenwerda fackeln."
Fäärsche, die"Färse, junge Kuh; in Düben, Mühlbeck Feersche ausgesprochen. Weigand I 501"
Färt, dasPferd
fallens. ful
Fannes. Wasserfanne
Feder, diein Mühlbeck, Krina, Schköna, Söllichau, Durchwehna, Authausen und nördlich Feller, südlich der genannten Orte Fedder
Feise, die"der kleine Aufenhaltsraum des Müllers in der Mühle. Bruns 19; M I 320."
feixen"versteckt oder höhnisch lachen. M I 320; Weigand 516; s. auch kickern"
Fichte, diebedeutet in der DH nur die Kiefer ( Pinus silbestris) Pritzel - Jessen: Fichte in Siebenbürgen, Österreich, Mark Brandenburg. Die Fruchtzapfen heißen Kienäppel M II 35
Ficke, die"Tasche. Bei den älteren Leuten noch durchaus gebräuchlich; die Jugend vermeidet das Wort und setzt Tasche dafür ein. Weigand 528; Schulze 33; M I 327"
Fihl, dasPfühl, nur in Heedfihl=Kopfkissen
findens. funk
Firnis, derwird in Mühlbeck, Rösa, Krina, Schköna (aljo im alten kursächsischen Amt Bitterfeld) Farrns ausgesprochen, in Großwig, Reinharz, Meuro, Ogkeln (in den Orten des alten kursächsischen Amtes Wittenberg) Farrnst, um Düben und weiter südlich (im alten Osterland und in der Markgrafschaft Meißen) Färrns
Firstziegels. Dachforrschten
fistlaus. lauwarm
Flaume, die"Pflaume; Zwetsche ist unbekannt."
Flausch, der"Menge, Masse; e Flausch Haare eine Handvoll Haar. M I 340; Weigand I 546, auch bei Frischbier, Teuchert, Danneil, Hertel und Grimm. Es gilt als niederdeutsch."
Flederwisch, derein Gänseflügel zum Abkehren der Spinngewebe wird im Westen, Norden und Osten der DH Flellerwisch ausgesprochen, in der Mitte um Düben und weiter südlich Fledderwisch
Fleescher, der"Fleischer, nicht Schlachter; aber schlachten als Tätigkeitswort. fleeschern, zerhacken, zerfleischen"
FliethName eines Baches, der westlich von Reinharz und Meuro nach Norden zur Elbe fließt. Vergleiche dazu die vielen Fleete in Hamburg. Das Wort gilt als niederdeutsch.
Flukreitel, der"Pflugreutel; ein kleines, dreieckiges Schabeisen zum Reinigen der Pflugschar; in Krina Potteleisen, in Rösa und Wildenhain - rätel, in Tornau, Authausen Reetel; s. Reitel. M II 348; Weigand II 564"
Fluksterze, dieHandgriff am Pflug. M II 562
Flunnsch, der"zum Weinen verzogenes, auch mürrisches Gesicht; s. Schippe. M I 349; Weigand I 563; Schköna hat auch Schnute. Rösa, Roitzsch auch Fratze. Schulze 33=großer, häßlicher Mund"
forrfür. forr meinswejen! meinetwegen. M I 367
Fratzes. Flunnsch
Friejahr, dasallgemein für Frühling
Froppen, der"Pfropfen. Schulz 33 Pfrops; M I 101; Wiegand II 416; s. Steppsel. Kretschmer 368"
Frosch, derwird ebenso wie die Kröte in Mühlbeck, Löbnitz, Döbern, Kossa und Halle a.d. Saale Mullkäcker oder Murrkäcker schallnachahmend wegen seines Gequakes genannt. Das Wort ist flämischen Ursprungs, wie Karg nachgewiesen hat (G.5). Auf seiner Karte sind die oben erwähnten Orte nicht verzeichnet.
Froschkieke, die"abgnutztes Messer, das gerade noch gut genug ist Frösche abzukieken, zu töten. Oldenburgisch Poggenfiller - Froschschinder; Grimm V 702,3 Fröschgickier in gleicher Bedeutung. M I 362"
Fuder, das"ein Wagen voll; im Westen und Norden der DH Fieler, um Düben und weiter südlich Fieder, in Reinharz, Dahlenberg, Trossin auch Fuler, in Wildenhain Fuder"
fürs. forr
fulfiel, besonders im westlichen und nördlichen Teil der DH. M I 312.
funk"fand. M I 331; Albrecht § 90; Teuchert 112."
Funzel, die"nicht nur die Rüböllampe, sondern jede schlecht brennende Lampe. M II 367; Weigand 599"
Furche, die"Ackerfurche, in Meuro, Ogkeln, Gorß -Korgau Foare; westlich und südlich dieser Orte, besonders um Düben Fuhre; in Wöllnau, Görschlitz, Kossa und weiter östlich davon Fohre"
nach oben
g... siehe auch j...
Gas, der und dasist mit kurzem a in der Aussprache niederdeutsch. Weigand I 625
gebranntim Westen und Norden der DH jebrennt, im Süden jebrannt
Gehre, dieein spitzzulaufendes Ackerstück in dem Winkel zweier Wege, die sich schräg schneiden, auch ein schräggeschnittenes Stück Stoff an einem Kleide. Neben Jehre finden sich noch die Ausdrücke Dreieck, Ecke, Keil, Spitze und Zippel. M I 394
Gesichts. Flunsch
Gesindels. Hottch
Getreidein Mühlbeck und Krina Jetreile ausgesprochen, in Rösa Jeträde
gleichsogleich s. klei
Glocke, dieim Norden der DH heißt es mehr Klocke, wohl in Anlehnung an das niederdeutsche Klock, weiter südlich gebraucth man daneben auch Jlocke
Grannes. Hachel
nach oben
Haare, die"(ein einzelnes Haar mit weiblichem Geschlecht in der Einzahl) z.B. ene Haare woar in de Suppe. Die Mehrzahl bedeutet Kopfhaar. M I 454; Wigand 783 bezeichnet es als thüringisch-obersächsisch. Bischoff § 218,2"
Hachel, die"(kurz a). In Ostpreußen und der Neumark Achel, in der Altmark Hachel; weiter südlich heißt es Granne. Das Wort ist norddeutsch. Wenn zufällig an einer Weizenähre Grannen sich befinden, so heißt sie in Triestewitz eine Hacksch, gilt als etwas Besonderes und wird aufbewahrt. Vgl. Schulze aagen. M I 458, Wiegand 19"
Hackschs. Hachel
Häppchen, dasStückchen . M I 476. Vgl. Linschen
Hakstanges. Holzhaken
halbwegs"nicht gut, nicht schlecht; besondes als Antwort auf die Frage nach dem Wohlergehen. M I 465"
Hallwahmt machen"vespern, nachmittags gegen vier Uhr auf dem Felde essen. In Söllichau, Tornau, Authausen, Pressel, Görschlitz, Laußig, Dahlenberg, Falkenberg, Roitzsch, Triestewitz habe ich es 1922 noch unter den älteren Leuten gefunden; meist ersetzt durch vespern. M I 464; Kretschmer 551, Teuthonista I 61"
Handfegers. Bohrschwisch
Handmiffchen, das"Pulswärmer. M II 254; in Meuro, Ogkeln, Groß-Korgau auch Pulswarmer"
Handquähle, die"Handtuch. Bruns 28; M I 473; Müller Volkswörter 15; Weigand II 505. In Mühlbeck, Authausen, Pressel noch unter den ältesten Leuten bekannt; ein Siebzigjähriger in Mühlbeck meinte im Jahre 1922, es sein ein ganz altes Wort; sein Großvater habe es noch angewendet; man sage es aber nicht mehr. Der Jugend ist es nicht mehr bekannt. In Triestewitz auch nur noch den ältesten Leuten geläufig."
Handschuheim Norden des Bittefelder Kreises und im Wittenberger Kreise die Hannschken, in der Mitte der DH und weiter südlich Hannschchen
Handwerk, dasin Mühlbeck, Krina, Schköna, Authausen und im Wittenberger Kreise Handwark, sonst in der DH Handwerk.
Harkenheed, das"Querholz der Karke, in dem die Zähne sitzen, im Gegensatz zum Harkenstiel. M I 484; vgl. auch Heed"
Hasche, die"Kinderspiel, bei dem eins hinter dem andern herläuft und es zu fangen sucht; in Berlin Zeck genannt. Kretschmer 588. Hasche machen - Hasche spielen"
haschen"fangen. Fangen ist der Mundart der DH völlig fremd; man sagt enne Hinne haschen, dr Hund hat e Karnickel jehascht - ein Huhn fangen usw. Teuchert 112; Weigand 816 bezeichnet es als thüringisch-obersächsisch"
Haselnuß, die"in der DH Hoaselnuß, zuweilen Hettelnuß, besonders im Norden; in Krina hörte ich Hasselnuß, in Rösa und Schköna Hesselnuß, in Wöllnau Hattelnuß, in Triestewitz bei Torgau Hoatelnuß"
hatte, ich wird im Westen und Norden der DH ich holle ausgesprochen, um Düben in hutte, in Rösa , Reinharz und Großwig in hotte
Hauhechels. Weiwerkriek
he"(kurz e) er. Das niededeutsch he wird in der Nachstellung noch durchaus verwendet: da kam’e, dajink’ e usw. Vor dem Zeitwort wird es nur gebraucht, wenn man von einer männlichen Person in verächtlichem Sinne redet: he will nich! – Die alte Butterfrau des Rittergutes Rösa, die täglich die Butter nach der Stadt brachte, pflegte noch he zu sagen, wenn sie von dem Rittergutsbestitzer in achtungsvoller Weise sprach. Se warn spazieren; he un sie, uns Mächen, womit sie den Rittergutsbesitzer mit Frau und Tochter meinte."
heckerndie älteren Leute gebrauchen es für herumklettern, meist mit der Nebenbedeutung des Unerlaubten: heckere nich eejal uff’ n Waane rum! Klettere nicht dauernd auf dem Wagen herum (und mache dich schmutzig)! Die jüngeren Leute vermeiden das Wort. M I 518
Heed, das"ein aussterbendes Wort, das Kopf bedeutet und nur noch von den älteren Leuten verwendet wird. Vergl. 1) Harkenheed; 2) Fihl; 3) Rotheedchen"
Heeden, ze"in Düben – zu Häupten; ist veraltet und wird kaum noch gebraucht"
Hefe, diein Löbnitz, Rösa, Krina, Schköna und weiter westlich sagt man die Heem (Mehrzahl), östlich der genannten Orte die Hääm
Heidelbeere, dieim Westen der DH Heelebeere, die Orte um Düben verwenden Heedelbeere
Heirat, die"uff de Heirat jehn auf die Brautschau gehen; die Liebste besuchen. M I 496"
heiser"wird heesch ausgesprochen. M I 496; Weigand 840 bezeichnet es als mitteldeutsch; Schulze 38 heisch"
helfens. hulf
Helgoländer, derein hoher, strandkorbähnlicher Hut, den die Frauen in der Heuernte tragen. Er ähnelt dem Hute, mit dem die Königin Luise oft abgebildet ist.
henn kreins. bezwingen
Herrsch, das"im Westen der DH das Harrsch, in den angrenzenden Dörfern des Wittenberger Kreises Hirsch, sonst in der DH Herrsch. M I 514; Hirsch mit sächlichem Geschlecht ist norddeutsch. Weigand I 870"
Herzspaan, der"Säuglingskrankheit, bei der die Herzgrube fast ausgefüllt ist, mit Atmungsbeschwerden verbunden. -spaan- gespann, - spannung, Beklemmung; Bruns 30. Der Herzspaan wird meist gebüßt, durch Besprechen geheilt. Das Kind wird unter Hersagen von heilbringenden Sprüchen dreimal von der Mutter hinter dem Tischbein durch in die Hände der des Büßens kundigen Frau gegeben. M I 504; Weigand I 856. Bei Elsterwerda (Lausitz) sagt man zu den Kindern: Setzt euch nicht an die Tischecke, sonst bekommt ihr den Herzspaan!"
heuer"in diesm Jahre; im Bitterfelder und Delitzscher Kreise heier, im Wittenberger und Torgauer Kreise heire"
heutes. hinte
hibbern, sich "gesagt, wenn die kleinen Gänse sich eng zusammendrängen, um sich zu wärmen; um Düben sich hiwwern, in Krina, Schköna und Authausen hörte ich sich huwwern, im Wittenberger Kreise sich hiewern"
hier hinunter"wird hienunger ausgesprochen; in Laußig, Wöllnau und Wildenhain hiernunger. "
Himbeere, die"heißt in der DH Hinkbeere; in Tornau, Söllichau und weiter nördlich Himbeere, in Großkorgau hörte ich Hindbeere, die alte Form, die das Wort schon im Mittelhochdeutschen hatte. M I 508"
hinin Mühlbeck, Rösa, Krina, Schköna (also im alten kursächsischen Amte Bitterfeld) hin, sonst in der DH hänn
Hinne, diein Mühlbeck für Henne
hinte"heute, heute abend bei den älteren Leuten; die jüngeren sagen heite. M I 511; Wigand I 338 obersächsich"
hinten"wird hinge ausgesprochen; in Löbnitz, Schnaditz, Düben, Pristäblich, Wöllnau, Wildenhain und weiter südlich hingne. Die Aussprache -ng- für -nt- soll durch rheinische Siedler in unsere Gegend gekommen sein."
Hirse, diein Mühlbeck Heersche, um Düben Häärsche, weiter nördlich Hiersche
Hobel, der"wird Huwwel ausgesprochen; in Görschlitz, Wildenhain, z.T. auch in Wöllnau und Laußig Howwel. M I 515"
hoch"Man sagt allgemein hook; höher heißt hecker, heeker und heecher neben heeher; am höchsten - mehr im Norden an hecksten, weiter südlich an heechsten. M I 515; Weigand 873; Bischoff§ 165"
hochstreifen"die Hosen hochstreifen, wenn Jungens in Wasser waten wollen; im Norden der DH hookstreefeln, in Löbnitz, Schnaditz, Düben, Wellaune, Pristäblich, Laußig und weiter südlich hookstriffeln; von Görschlitz, Durchwehna, Söllichau an östwärts hookstreffeln"
Hochzeit, diewird nur in den südlichsten Dörfern der DH Hochzch (kurz o) ausgesprochen
höckerig"z.B. eine Eisbahn, die uneben ist - hurklich; in Rösa, Löbnitz, Düben und Wellaune horklich"
Hoff, der"1) Hof; s. auch Jasthoff. 2) Rittergut; uff’ n Hoff jehn auf dem Rittergute als Arbeiter arbeiten; in Laußig ze Hoowe jehn in gleicher Bedeutung. M I 519. Siehe auch Juut"
holk!"Befehlsform von holen, habe ich in Meuro gehört; ist wohl in Angleichung an jeek! - geh! Gebildet"
Holzaken, der, oder
Hakstange, die
"lange Stange mit einem halbmondförmigen, innen scharfgeschilffenem Haken, um an Holzlesetagen die dürren Äste dicht am Stamm anzukerben und herunterzuhaken; anderwärts Kneif genannt (s. dieses Wort), M II 347 Reißer"
Holzpantoffeln"(Mehrzahl) die Loatschen (lang oa), auch Quanten, Klandern und Schlappen; im Wittenberger Kreise wird Laatschen (mit hellem a) gesagt"
Holzschuppen, derdie Dörfer der Kreise Bitterfeld und Delitzsch, dazu Pressel, sprechen Holzschuppen, die der Kreise Wittenberg, und Torgau, dazu Görschlitz, Pristäblich, Laußig und Wöllnau Holzschoppen. Östlich von Torgau sagt man die Hulzlewe.
Hornisse, dieim Westen und Norden der DH Horrnske, um Düben und weiter südwärts Horrnsche, im Osten auch Hurrnsche
Horrnsche, die"1) Hornisse; 2) altes, baufälliges Haus. M I 530"
Hose, die"hölzernes, faßähnliches Gefäß; Alberecht 136; M I 531,2 – in der DH unbekannt"
hott!Zuruf an die Pferde, rechts zu gehen: hotte! oder hotte weg! zuweilen hutte! , hutte weck! , weil es die Aufforderung bedeutet, von dem links gehende Fuhrmann weg zu gehen. Der Zuruf an die Pferde, links zu gehen, heißt hie! oder hie komm!, also eine Bewegung zum Fuhrmann hin.
Hottch, der"im Wörterbuch von Anton- Gesindel; es ist in der DH unbekannt"
hucken, 
Huckesaalz machenein kleines Kind Huckepack tragen. M I 518. In Durchwehna auch Huckekäse, in Görschlitz auch Huckemätzchen
hübens. remmne
hulfhalf. M I 498
Hundeblume, die"Löwenzahn (Taraxacum officinale). M I 543; in Meuro Hundemilch, in Mühlbeck Speckstock, in Schköna Sahnenstock, in Ogkeln Kuhblume. M II 118. In Zwethau, 4 km nordöstlich von Torgau, Maisteckchen. Die Wurzel dieser Pflanze ist verdickt und speckig weiß, daher Speckstock; die Pflanze befördert die Milchabsonderung des Viehes, daher Kuhblume und Sahnenstock; sie ist aber auch harntreibend, daher Hundeblume, Hundemilch; Maisteckchen wohl wegen der Blützeit"
Hundeferzchen, das"meist Mehrzahl. Kleine Waffelabfälle, die auf dem Jahrmarkt in bunten Tüten verkauft wurden; in Mühlbeck, Rösa, Krina, Schwemsal, Authausen noch heute gebraucht. M II 290. Wigand II 309 Nonnenferzchen."
Hundefinke, die"Scherzwort für Gefängnis; in Mühlbeck, Meuro, Großwig Hunnefinke, weiter südlich Hundefinke"
Hundemilchs. Hundeblume
huppeln"sich auf einem Bein hüpfend fortbewegen. Die Kinder spielen Huppelhasche, wobei sie nur auf einem Bein hüpfen und sich zu fangen suchen. M I 546; Weigand 906"
Husche, die(kurzes u) kurzer Regenschauer. M I 57
Huts. Schiepel
huutsch!auch alle huutsch! oder älle huutsch! Ruf, um die Gänse zu verscheuchen. M I 550
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Imkers. Bienzichter
Inlett, das"Zeughülle im Bett, in der sich die Federn befinden. M I 559; Weigand I 926; Kretschmer 240"
innens. rinne
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Jäälichen, dasPfifferling (Cantharellus cibarius) kleiner, gelber Pilz, wird in der Dübener Heide viel gesammelt. In Mühlbeck Jähling. Weigand I 664, jääl gelb findet sich in Mühlbeck auch noch in dem Flurnamen das jääle Wasser
jällchenjählings. Mr muß nich so jällchen rumbeejen = man darf mit dem Wagen nicht so jählings umlenken, damit die Räder nicht am Wagen anschleifen. M I 564
jätens. wieten
Jarnknaul, ders. Knaul
Jas, der"(kurzes a) Gas. M I 382; Weigand 626; Bischoff § 218,1"
Jasthoff, derGasthof. Wird nur noch von den älteren Leuten gesagt, Schenke und Kneipe treten an seine Stelle. -hof mit kurzem o. Bischoff §31
Jauche, die"1) flüssiger Stalldung, 2) Eiter; s. auch Mateerje"
jaucheneitern. M I 567
Jawwel, die"Gabel. Weigand l 607; Bischoff § 85"
je-essengegessen. M I 304
jeht!geh! M I 392
Jelte, die"kleiner Holzeimer mit einem Griff, wird zum Melken benutzt, auch Melk - oder Millichjelte. Löbnitz hat Millichemmer. M I 401; Weigand 669; Schulze 36 gölten"
jenunk"genug; Roitzsch jenunkt. M I 405; Weigand 662 - mitteld"
jerippelte vull"ganz voll, so daß auch durch Rütteln in dem Gefäß kein Platz mehr frei wird; ich hotte mein Topp jerippelte vull Heelebeern. M I 408"
Jeschiete, dasGeschühe, alle Arten von Schuhwaren: in Authausen Jeschiele, in Schköna, Söllichau Jeschieke, in Roitzsch Jeschiche, in Dahlenberg, Ogkeln, Kossa Jeschiene, in Mühlbeck, Rösa, Krina, Meuro Jeschiehe. M I 412
jeschleechte vull"abgestrichen voll, ohne Haufen darauf. M I 411; Teuthonista I (1924/25) 64; Bischoff §290 zeigt Wortgebiete weiter nordwestlich auf"
jeworrn"geworden. Beachtenswert ist die Verbindung: den is jehulfen jeworrn; ´s is na nischt jemacht jeworrn; ich bin finf Maa mowil jemacht jeworrn, wie ich in Mühlbeck hörte. Bruns 25"
jiepern"gierig, lüstern sein: mich jiepert’s na was Saures; auch der Hund jiepert, wenn er gierig wartend am Tisch steht. M I 420"
Jlicksjeld, das"Glücksgeld. Beim Ankauf eines Tieres zur Aufzucht wird der Magd oder den Kindern des Verkäufers vom Käufer ein J. gegeben. Man sichert sich dadurch das glückliche Aufziegen des Tieres. Wenn man ein Tier, z.B. eine kleine Katze, geschenkt bekommt, muß man wenigstens ein J. geben, sonst gedeiht es nach dem Aberglauben der Leute nicht. M II 490; vgl. auch Schwanzjeld"
Jraas, dasGras. In der Zusammensetzung Jraas ruppen bedeutet es Unkraut
Jraas ruppenUnkraut jäten. Siehe auch wieten. M I 436
jreelen"laut weinen; in Wildenhain und Mühlbeck sagen die jüngeren Leute kreelen. Weigand I 77"
Jrumpelkuchen, derStreuselkuchen
Jrumpeln, die"Mehrzahl. Streuseln auf dem Kuchen. M II 113 hat J. nur als Speckstücke; in dieser Bedeutung in der Dübener Heide nicht bekannt"
Jungefraudie Jungbäuerin heißt Jungefraa, im Wittenberger Kreise Jungefrau
Juut, dasneben Hoff (s.d.) Bezeichnung für Rittergut
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Kaake, die"Mundwinkelauschlag. M I 374. Man sagt auch von dem, der den Ausschlag hat, er habe Speckjriem jenascht; der Ausschlag ähnelt einer Speckgriefe, und es sieht so aus, als wäre beim Naschen eine am Mundwinkel hängengeblieben"
Kaakenest, das"das jüngste einer Schar, z. B. Geflügel; dann auf das jüngste einer Familie übertragen. Weigand I 609. Im westl. Teil der Dübener Heide weniger bekannt; in Rösa die Nestkaake, in Durchwehna Rotzkake=kleiner Junge, in Pressel Kake=altkluges Mädchen"
Käffter, das"ein kleiner abgeteilter Raum meist innerhalb eines größeren; in Wellaune, Löbnitz, Rechenkäffter, die kleinen viereckigen Felder auf der Seite der Schiefertafel, die zum Rechnen dient; in Düben, Mühlbeck Kasten für Hafer oder Korn im Pferdestall; in Schnaditz, Großwig, Löbnitz Kasten für Geflügel; in Pressel, Authausen, Dahlenberg abgeteilter Raum im Stall oder in der Scheune; in Tornau auch kleine Kammer im Wohnhaus, in Ogkeln K.=Gefängnis; in Wöllnau der Käffer. M II 4; Weigand I 961 mitteldeutsch; Schulze 34 kesterchen"
Käsein Ogkeln und Triestewitz der Käsen
Kaffee, derschlechter, dünner Kaffee heißt der Loatsch (lang oa), auch die Lurke oder Lorke, zuweilen die Plurre
Kaldaunen"(Mehrzahl) Gedärme; in der Dübener Heide Kallaunen; im Wittenberger Kreise, in Dahlenberg und Trossin Kalldaunen"
Kammille, die(Chrysanthemum chamomilla) wird als Tee benutzt
kampeln, sich "sich balgen. M II 10; Weigand 675 mitteldeutsch"
Kandiss. Zuckerkand
Karren, der"alter, schlechter Wagen. M II 18; die Karre = Schubkarren"
Kartoffels. Äber
Kartoffelbrei, dickerauch schlechtes Essen Äbernstamms, - pammps, - pumms, auch -frumms
Kartoffelplatz, der"auch Äbern-,eine Art Plinsen aus Kartoffeln und Mehl ohne Hefe. M I 117; Weigand II 439"
Kater, derim Westen und Süden Koater, im Norden und Osten Kauter
Katze, dies. Kieze.
kaupeln"kleine Tauschgeschäfte machen. M II 29; Müller Volkswörter 29"
keekelnfallen wie ein Kegel. M I 384
Kehreile, die"ein langer Stab mit einem Besen daran zum Abfegen der Zimmerdecke. In der DH unbekannt. Triestewitz hat es. M I 307; Müller, Volkswörter 50. Halberstadt hat Kehruhle und abuhlen = die Zimmerdecke abfegen"
Keite, dieKeute, Kute=Loch, Grube: Sandkeite, Kitzkeite, Tonkeite, Mistkeite usw. Triestewitz hat als Flurnamen Schinderkeite
Kettel, derKette mit Vorsteckpflöckchen zum Verriegeln eines Tores. s. Vorlegkette. M II 34
kickern"heimlich lachen, kichern, bes. von Mädchen gesagt. M II 34; zu beachten ist das niederdeutsche unverschobene k."
Kiefers. Fichte
Kienappel, derFruchtzapfen der Kiefer. MII 35
Kiepe, die"großer Rückentragekorb mit zwei Henkeln, der in der Landwirtschaft zum Streuholen usw. gebraucht wird; auch Scheinkorb (Scheunenkorb) oder Spraukorb genannt. Kiepe auch verächtlich für jede Art von Korb. M II 123; Kretschmer 272"
Kieze, dieweibliche Katze. M II 42
Kinderwird ausgesprochen Kinner, zuweilen Kinger, im Osten Kinder
Kirmes, die"Kirchweihfest: Kärrmesse, auch Karrmesse; im Süden zuweilen Kärmes"
Kirsche, diein Mühlbeck, Krina, Schköna, Meuro Karrsche, im Norden Kirrsche und Kurrsche, in den anderen Orten Kärrsche
klarerZucker, klares Holz gestoßener Zucker, kleingehacktes Holz. M II 45
kleineben jlei sogleich, sofort
klitschenaß "durch und durch naß, so daß die Kleider am Körper anklatschen. M II 53; in Pressel und Roitzsch pitzschenaß. Weigand II 437 platzschenaß. Schulze 33 fitschenaß"
Kloß, der"Essen aus geriebenen gekochten Kartoffeln und Mehl. Weigand I 1064; Radis, ein Dorf 8 km nördlich von Schköna, hat das niederdeutsche Klump. M II 55"
Klunnsch, der"Brot, das nicht aufgegangen ist, auch Klöße, die zu fest sind: Klunnsch, auch Klump; im Norden Klannsch"
Knallbichse, dieausgehölter Holunderast, in dem sich ein Kolben bewegt. Durch das Zusammenpressen der Luft werden Kartoffel- oder Kalmusstückchen unter lautem Knall herausgetrieben. Siehe auch Striezbichse
Knaul, der"Knäuel. Jarnknaul, Wullknaul die zu einem Ball zusammengewickelte Strickwolle. M II 61; Weigand 1072 mitteldeutsch"
Knebels. Knewwel
Kneif, der"breites Beil mit kuzem Griff zum Weidenabhauen. Es hat meist am vorderen Ende einen noch rückwärts gebogenen halbmondförmigen Haken; in Löbnitz, Laußig Kneift. Nur im Westen der Düb. Heide hat K. obige Bedeutung; im Wittenberger Kreise bedeutet es Eichel. M II 62; Schulze kniift"
Kneipe, die"ersetzt den älteren Ausdruck Jast(h)off mehr und mehr. MII 62; vgl. Schenke"
Knewwel, der"Knebel. M II 62; s. Rapphaken"
Knie-e, die!!"das Knie; in Ogkeln Knieche. M II 64; Bischoff § 218,2"
knirschenz.B. beim Essen eines harten Apfels: schnurrpsen und schnärrpsen, im Süden und Osten der Düb. Heide daneben auch schnorrpsen
Knoche, die!!"das Schienbein. M II 66; Bischoff § 218,2. Vgl. Schienbein"
Knöchel"am Fuße: der Knechsel (kurz e), selten Knechel: in Krina und Falkenberg Knechtsel (kurz e); östlich der Elbe Knecksel"
Kobolds. Kowwelt
Kohlmeißlings. Schmetterling
Kolle, die"Kohle. Doberschütz, 4 km südlich von Wöllnau hat auch noch Kolle, Torgau und die umliegenden Orte sagen Kohle. M II 74; Weigand I 1091; Schulze 36"
kommens. kummn
Komödies. Kummeedche
Koor, das"Chor, Menge, Schar. Wenn die Kinder eine Menge Spielgefährten mit ins Haus bringen, schilt die Großmutter: `s janze Koor habt’ r mettjebracht! M I 182; s. 1) Kroop; 2) Volk"
Korken, der"Pfropfen; der Kurrks; im Wittenberger Kreise Korrken, selten Kurrken; östlich der Elbe bei Torgau Kurrken. Dort klingen die beiden Wörter Gurken und Korken völlig gleich, so daß oft Verwechslungen vorkommen"
Kornpuppe, die"im Westen der Düb. Heide Kornpuppe und Kornmandel, in Falkenberg habe ich Kornstieche gehört; östlich von Torgau die Kurrnstauke"
Kowwelt, der"Kobold. Wenn bei jemandem alles glückt und das Vieh stets gesund ist, glaubt man, es ging nicht mit rechten Dingen zu, und sagt: der hat’ n Kowwelt! ; in Görschlitz, Triestewitz Kuwwelt. M II 72; Weigand I 1087"
Kracke, die"dürres, abgetriebenes Pferd; in Dahlenberg und Großwig Kricke. M II 92; Weigand I 1132; Schulze 36 als männl."
Krähen(Mehrzahl) Krahn, in Schköna und im Wittenberger Kreise Kraachen
Krähenschießen"Ein Kinderspiel. Ein Kind legt sich auf den Rücken und streckt die Arme über dem Kopf aus. In die Hände tritt ein zweites Kind. Das erste beugt die Beine hoch; auf diese legt sich das zweite mit dem Leib und hält sich mit dem Händen fest. Durch einen Stoß mit den Beinen fliegt das zweite Kind nach vorn. Das Spiel heißt Krahnschießen, im Wittenberger Kreise und in Schköna Kraachenschießen; in Groß-Korgau hörte ich Kraachensteeser machen"
Krämfe"(Mehrzahl) Krämpfe, epileptische Anfälle; in Triesewitz Veikstanz. M II 96"
Kräte, die"auch Feierkräte. In Druchwehna glaubt man, sie springe ins Feuer, sobald sie in dessen Nähe komme; auch Dreckkräte nach der schmutziggrauen Farbe; in Triestewitz Dreckhutschche. M II 112. In Authausen sagen die älteren Leute auch Jräte"
Krätzerjaarten, der"Gemüsegarten; in Rösa, Falkenberg, Wildenhain Kratze-, in Wöllnau, Roitzsch Krätz,- sonst Krätzer-. Das Wort wird selten gebraucht und veraltet. M II 99; Weigand 1140"
kräwisch sinnin Mühlbeck von einem sehr lebhaften, unruhigen Kinde gesagt. Bruns 39
krein"kriegen, bekommen. Ich kreie (in Düben ich krieje; kreie gilt als bäuerisch!) Im Westen und Norden der DH (also in der alten Grafschaft Brehna) du kreist, in der Mitte du krichst, mehr im Süden der DH du krist. M II 108; Weigand I 1140"
Kritzekrill, dasein Mädchenspiel, das besondere Geschicklichkeit erfordert. Fünf Tonkugeln oder glatte Kieselsteine werden einzeln, dann zu zweien, dreien usw. in die Höhe geworfen und mit der Handfläche oder mit dem Handrücken aufgefangen. Es gibt zwölf verschidenen Turen, die nacheinander gespielt werden müssen, ohne daß ein Steinchen von der Hand fallen darf. Ist man bei der Zwölfe angelant, muß alles noch einmal rückwärts gespielt werden. Wer fertig ist, wirft einen Stein hoch und ruft: e Maa aus! In Pressel, Rösa heißt es fikkern. M I 310
kröppen, sich nur in Mühlbeck und in Schköna als sich kreppen gehört. Das Wort wird nur noch von den älteren Leuten gebraucht und bedeutet: sich ärgern
Krötes. Kräte
Kroop, das"Menge, Schar in verächtlichem Sinne, im Süden der DH Kropp ausgesprochen, Schnaditz und Wellaune Kroppzeik; s. Koor. M I 448; Weigand I 1157"
Kroppzeich, dasKleinvie, zuweilen auch die Kinder
Krumpeln"(Mehrzahl) Streuseln auf dem Streuselkuchen. Krumpeln in Pristäblich, Wellaune, Düben, Trossin, Wildenhain für Jrumpeln; s. d. Wort"
Kuh, dieMehrzahl heißt Kiehe, in Wöllnau und Laußig die Kiewe, wie in Thüringen, in der Goldenen Aue und am Unterharz
Kuhblume, dies. Hundeblume
kullksenaus einer Flasche jäh trinken, so daß die Luft laut hörbar in der Flasche emporsteigt. M I 430
Kummeedche, die"Komödie; jede Art von Puppenspiel oder Theater, auch auf Zirkusvorstelllungen und jede öffentliche Vorführung übertragen. M II 80. Kummeedchenspieler Puppenspieler"
kummn"kommen; ich kumme, du kimm(e)st, kumm! jekumm, daß he kieme – käme, M II 78; Weigand I 1100 bezeichnet es als mitteldeutsch"
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Laatsch, der"1) Pantoffeln; 2) schlechter Kaffee"
lachens. kickern und feixen
Ladezeugs. Rüstzeug
lättschig"weichlich von Geschmack, auch lättsch, latschich; Bronisch 176"
läuten"die Glocken läuten, in Mühlbeck, Rösa, Krina, Schköna (den Orten des alten kursächsischen Amtes Bitterfeld) laiten, überall sonst in der Düb. Heide lauten. Geläutet heißt in den oben genannten 4 Dörfern des alten Amtes Bitterfeld jelitten, in Meuro, Ogkeln, Reinharz, Großwig, Groß Korgau (den Dörfern des alten kursächsischen Amtes Wittenberg) jelauten; in Dahlenberg, Falkenberg, Trossin, Roitzsch, Pressel, Wildenhain (den Orten des alten kursächsischen Amtes Torgau) und in Wöllnau, (das zum Amte Delitzsch gehörte) jelaut; in den Dörfern des Kreises Deltizsch, (die früher zum alten kursächsischen Amte Deltizsch gehörten) und in den Dörfern um Düben, (die zum alten kursächsischen Amte Düben gehörten) sagt man jelutten. Düben selbst steht als Stadt dem Hochdeutschen näher und hat jelauten. M II 151."
Lampes. Funzel
lauwarmbes. vom Wasser, in Wildenhain und Laußig laulich, sonst auch fis(t)lau, in Dahlenberg und Roitzsch (bei Torgau) fis(t)laulich
Lehde, dieHang mit Obstbäumen bepflanzt, Albrecht 160- in der Düb. Heide unbekannt
Leinekaufder Trunk beim Viehkauf, Bruns 42 – in der DH unbekannt. Bronisch 185 hat Leidkauf
Letter, dieLeiter. M II 166
LilieDa die beiden l sich schlecht sprechen lassen, hört man oft Nilie. Vgl. Schlüssel
Linschen, dasein ganz kleines bißchen, nur so viel wie eine Linse. Jipp mich bloß e Linschen! M II 178
lipperläppschAlbrecht 176 – in der DH unbekannt
Löwenzahns. Hundeblume
LorbeerLorbeerblätter und –körner, meist Lorrwer, auch Loobeer und zuweilen Fleeschkarrner. Siehe Schlüssel
Lügenvogt"Liejenvoocht ein Kind, das häufig lügt; im östlichen Teil der DH, in Dahlenberg, Trossin, Roitzsch und Falkenberg Liejensack, in Wildenhain Lengnhund = Lügenhund"
Luittgenblatt"(gesprochen Littchenblatt) Försterei zwischen Mühlbeck und Plodda. Hier lag früher ein Dorf mit dem gleichen Namen. Es bedeutet Klein-Plodda. Die ersten zwei Silben enthalten das niederdeutsche Wort lüttch = klein; wir finden es weiter nördlich in Ortsnamen wie Lüttchen – Sanda bei Wittenberg und anderwärts. Früher gehörte unser Gebiet noch zum Niederdeutschen. Einige Sprachreste, zu denen der obige Ortsname gehört, zeugen noch davon; ein alter Muldenarm in der Gemarkung Mühlbeck heißt das jäle Wasser. Jäl ist im Niederdeutschen gelb. Vergl. – beck und Jäälichen = Gelbling, Pilz"
Luumich, der"Scheltwort. Es bedeutet einen, der ein Wässerchen trübt, d.h. luumich macht, s.d.; auch in Halle a.d. Saale sehr gebräuchlich. M II 189"
luumich"trübe, besonders vom Wasser; Teuthonista I 60; engl. gloom düster; Liefenberg 146; jlumelig; M II 189; Weigand I 744; Schulze 35 gluome"
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Maad, die"Magd. Mehrzahl: die Mäde; in Mühlbeck, Krina, Söllichau, Falkenberg, Roitzsch und nördlich dieser Orte die Mäle. M II 197"
Maart, das"der Marder. In Löbnitz der Stänkermarder, in Pristäblich und Laußig Marder. Bruns 46; M II 206"
Maasche, dieMasche. M II 213
Mährde, die"ein Essen, Kaltschale. Biermährde = Bierkaltschale. Bier mit geriebenem Brot und Zucker; Schlappermilchsmährde = saure Milch mit Brot und Zucker. In Korgau – mähre; das Wort beginnt zu veralten und ist jungen Leuten und Kindern kaum noch geläufig. M II 211; Weigand II 136"
Maie, dieBirke, auch Birkenreiser, die zu Pfingsten vor das Haus und in die Stube gestellt werden. M II 200
Maistöckchen, dass. Hundeblume. M II 201
mannschen"Wasser verschütten oder im Wasser herumplanschen; in den südlichen Orten der Düb. Heide, in Görschlitz, Laußig und Wildenhain mattschen"
Mannsen, das"Mannsperson, die man nicht genauer bezeichnen kann; im Gegensatz dazu steht Weibsen, ausgesprochen: Wetwessen. s.d. M II 205"
Marcht, derMarkt. M II 209
Marks, derdas Mark. In Schwemsal und Görschlitz Murks. M II 209
Mateerje, die"Eiter. Vielleicht ist, um den Gleichklang mit Euter zu vermeiden, das mundartlich auch Eiter gesprochen wird, das Fremdwort bevorzugt worden; neben Mateerje auch Jauche. Eiter bürgert sich mehr und mehr ein. M II 214"
MaurerDie Mehrzahl lautet in Mühlbeck, Schköna, Großwig, Groß Korgau und den Orten nördlich davon die Mauer, weiter südlich sagt man die Meier. M II 222
mausichsich mausich machen = sich etwas herausnehmen, anmaßend, stolz sein, im Ostteil der Düb. Heide als maustrich bekannt. M II 224
Mautschche, die"Aufbewahrungsort für reifendes Obst, auch Versteck – Albrecht 168 – ist in Leipzig üblich; in der DH unbekannt"
Meerschel, derMörser. Da man jetzt die Waren, die man früher zu Haufe selbst zerkleinerte, schon gestoßen kauft wie Zimt usw., so kommt der Mörser außer Gebrauch, und mit der Sache verschwindet auch der Name. M II 251. Vergl. zermeerscheln. Weigand II 263
Meestel, derMeißel. M II 230
Mehlfäßchen"(Mehrzahl) die roten Früchte des Weißdornstrauches (Crataegus oxycantha). Sie werden von den Kindern gern gegessen. Die kleinere Art wird in Dahlenberg Millerbrote genannt. Pritzel-Jessen: Mehlfäßchen und Möllerbrod. M II 225; Weigand II 158"
meinNur in den nördlichsten Dörfern der DH in Reinharz, Großwig, Groß-Korgau und nördlich davon, sonst heißt es allgemein mei, dei, sei für mein, dein, sein
meistens"In Mühlbeck, Krina, Schköna, Tornau, Söllichau und weiter nördlich habe ich meestens gehört, südlich dieser Orte dagegen meerschtens. In Reinharz sagt man meestlich, in den Dörfern ringsum auch meestenteels. M II 226; Bruns 47"
Meißels. Meestel
Menge"s. 1) Flausch; 2) Koor"
Metze, die"Hohlmaß von 5 Litern ist mit weiblichem Geschlecht norddeutsch. Weigand II 117; Grimm VI 2152"
mich"anstelle von mir, z.B. jipp mich = gib mir. Im Nieder- und Plattdeutschen hat man für mir und mich nur die eine Form mi, im Mitteldeutschen aber zwei Formen: mir und mich. Zwischen Niederdeutsch und Mitteldeutsch schiebt sich ein schmaler Grenzstreifen ein, der sich von Bad Harzburg über Dessau bis Finsterwalde hinzieht und auch die DH mit umfaßt. In ihm herrscht eine Mischung von Niederdeutsch und Mitteldeutsch; man hat nur eine Form für die beiden Fälle wie im Norden, die Form selbst stammt aber aus dem Mitteldeutschen, nämlich mich. In der reinen Mundart ist mir unbekannt."
Mienen ziehen, eine böse"eine Schippe machen; im Süden der DH heißt es auch einen Flunsch ziehen ( machen ) , zuweilen auch Lawwe oder Gesichte; in Görschlitz, Pressel und Großwig habe ich auch Kusche (kurz u) gehört"
Milcheimers. Jelte
Mistkeite, die"Düngergrube; auch Mistloch genannt. Grimm bezeichnet es in seinem Wörterbuch V 364 als mitteldeutsch."
mitsamt"wird mettsamt ausgesprochen, im Norden der DH mettsamst; es wird meist mit dem Geschlechtswort verbunden: mettsamste Sachen is he ins Wasser jefall. "
Moch"(kurz o) = Moos; ich habe es in Mühlbeck und Meuro gehört; nach Berghaus I 635 heißt es Moch in früher slawischen Gebieten"
Modder, der"sagt man für Schlamm und Dreck um Düben und weiter südlich; dagegen in Mühlbeck, Krina, Schköna, Söllichau, Authausen, Flakenberg, Roitzsch und nördlich dieser Orte der Moller. Es ist ein niederdeutsches Wort und findet sich in allen niederdeutschen Wörterbüchern, so bei Danneil, Teuchert, Bruns, Bronisch, Hertel (für den Harz). Weigand II 203"
Mörsers. Meerschel
Moosch, der"auch das Jemoosche = kurzes, wirres Stroh, das beim Dreschen abfällt; auch die Futterreste, die das Vieh beim Fressen verstreut = vermooscht (s.d.) M II 251; Bruns 47"
mooschen"das Futter verwüsten, es verstreuen. M II 251; Bruns 48"
Mootsche, dieauch das Mootschekalb. Das weibliche Kalb im Gegensatz zum Bullkalb. M II 263
Mühlbeck"der zweite Bestandteil des Ortsnamens ist das niederdeutsche Beke Bach. Auf einer alten Karte ohne Jahreszahl, die sich in der Universitätsbücherei zu Halle befindet, heißt der Ort Mollbecke; in den Kirchenvisitationsprotokollen von 1531 lau"
Muffel, dieschlesisch = Mundvoll. – in der DH unbekannt
Muhle, dieMulde, halbrundes, längliches Holzgefäß, eine Art kleiner Backtrog. M II 255
Mulde, dieFlußnamen. Die ältesten Leute in Mühlbeck sagten noch um 1920 de Mil – le (lang I), die jüngeren bevorzugen schon Mul – le (lang l)
Mullkäcker, ders. Frosch
Mundwinkelausschlags. Kaake
murkeln"ein Tier drücken oder unsanft betasten. Man sagt auch markeln, marcheln, mercheln; im Osten und Norden der Düb. Heide auch beparkeln"
Murrkäcker, ders. Frosch
nach oben
naanach
nachdenkens. simmelieren
nachher"später; z.B. in dem Satze: Ich komme später! Im Osten der DH nachher; in den Orten um Düben hernach; in Mühlbeck, Krina, Schköna, Meuro und anderen Orten hernachens; südlich von Düben hernachen, hernachent. M II 268"
Nachtschmetterlings. Schmeecher
nackendin Mühlbeck, Krina, Tornau, Söllichau, Kossa, Wildenhain und südlich davon: nackch, nördlich der genannten Orte: nacktich
Nackper, der"Nachbar; nur in Mühlbeck um 1920 bei den ältesten Leuten gehört. Stier 14: Nackwer"
nässelt, es "regnet fein, im Osten der DH: `s nässelt, auch `s sauet; im Westen: `s nisselt; um Düben: `s sudelt, `s suselt"
naßs. klitschenaß
neulich"im Norden der DH zunt, anzunt; im Süden mehr ezunt, im Osten zunnert, azunnert; in Wildenhain anzunten"
Nietnagel, derim Westen der DH Nietnaochel, im Norden und um Düben der Neitnaochel, im Osten der Neitnächel
nippen"schlummern, ein Mittagsschläfchen halten. Weigand II 304; vgl. chalmen"
nischtnichts
Nistkasten, ders. Starkasten
Nuutsch, derGummisauger für kleine Kinder. M II 296
nach oben
obs. ab
Obertasse, die"das Kippchen; in Durchwehna, Kossa, Authausen, Wöllnau und weiter östlich das Keppchen"
oderin Mühlbeck, Krina, Falkenberg, Roitzsch und weiter nördlich oller, südlich der genannten Orte odder
Ohm, derOfen
ohmoben
Ortscheitum Düben Ortscheit, sonst Ohrscheit. MII 310
nach oben
Pappel, dieum Düben und weiter östlich Paopel
Peitschenschnure, diean das Ende des Peitschenriemens angeknüpftes, buntes Stück Schnur, um mit der Peitsche knallen zu können. Es wird mit Knoten versehen, damit es nicht aufdröselt.
Petze, die"unfein für Hündin, auch Schimpfwort für ein liederliches Mädchen. M I 72; Schulze 29"
pf...siehe auch unter f...
Pfifferling, der"heißt allgemein das Jäälichen, in Mühlbeck auch der Jäling; so bezeichnet wegen der gelben Farbe des Pilzes. Jäl – gelb ist plattdeutsch"
Pfirsich, derIn den Orten um Düben sagt man die Ferrschche oder die Ferrsche seltener das Ferrschchen: in Mühlbeck hörte ich die Firrschche, in Großwig und Ogkeln die Firrschiche, in Meuro die Firrschicke, in Reinharz der Firrsching. Das Wort ist in der Mundart noch heute weiblich, wie es schon im Lateinischen war. Es bedeutet: der persische Apfel.
pflücken"Die im Kreis Wittenberg liegenden Orte Reinharz, Ogkeln, Großwig, Großkorgau, dazu Falkenberg, Dahlenberg und Dommitzsch im nördlichen Teil des Kreises Torgau zeigen die niederdeutsche Form plicken; die Dörfer des Kreises Bitterfeld und die weiter südlich liegenden des Kreises Torgau dagegen sagen nach mitteldeutscher Art flicken"
Pflug, der"Die niederdeutsche Form Pluk findet sich im Kreise Wittenberg. Auch in Pressel und in Falkenberg sagten es 1922 hie und da alte Leute noch; sonst heißt es im Bitterfelder und Torgauer Kreise Fluk. Südlich von Düben hört man schon Fluch"
Pflugreutel, ders. Reitel
Pfuhl, der"Das Wort ist in der DH unbekannt; man sagt dafür Teich. Nur in Moschwig und östlich der Elbe habe ich Puhl (Jjelpuhl) für Dorfteich gefunden"
pietzen"saugen, von jungen Tieren gesagt. Vgl. dazu polnisch picz (ausgesprochen pietsch). M I 107; Bronisch 178 auch pietschen = trinken"
Pilz, derwird Puls, Mehrzahl: Pilse ausgesprochen. In de Pilse jehn = Pilze suchen. Kretschmer 372
Pirol, der"Der Vogel ist wenig bekannt in der DH. Er wird neben Pirol, Piroler auch Tirol, Tiroler genannt; auch Fingestvochel habe ich gehört; s. Tiroler"
Plane, diegroße Zeltdecke, um eine Wagenladung gegen Regen zu schützen. M I 113
Platz, ders. Kartoffelplatz
plemmernKinderspiel, bei dem Blechmarken oder Münzen an die Wand geworfen werden. Der hat gewonnenn, dessen Marke die seines Gegners deckt oder doch ganz nahe danebengefallen ist. Die Entfernung der Marken wird nach Spannen, Fingerlängen oder Fingerbreiten geme
Plinsen, der"Kuchen aus Mehl, Milch und Eiern, mit Hefe in einer Pfanne gebacken. Weigand II 441; Bronisch 53; M I 121. Plinsen dienen als Festspeise, wenn die letzte Garbe eingebracht, d.h. der Alte oder der Zachel gemacht wird."
Plumpe, die"Wasserpumpe. Bronisch 178; M I 124. In der Mundart der DH bedeutet Pumpe = vulva, Bruns 54"
Popelmann, der"Vogelscheuche; in Triestewitz bei Torgau Buchelscheeche (kurz u) M I 134; vgl. anpoopeln"
Potteleisen, dass. Flukreitel
Pulss. Pilz
Pulswarmer"Pulswärmer. M I 167; s. Handmiffchen"
Pumpe, die"vulva. M I 168; Bruns 54; vgl. Plumpe"
Puppenspiels. Kummeedche
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Quark, der"weicher, weißer Käse; nicht Quarch, was Stier S. 12 hat. In der DH heißt es aber sonst Marcht = Markt. Kretschmer 559"
Quirl, derwird in Mühlbeck, Krina, Schköna, Reinharz, Großkorgau und weiter nördlich Quarl gesprochen, südlich der angegebenen Orte aber Quärl
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Räuber, derIn Mühlbeck und Rösa spricht man das Wort Reewer aus, sonst Reiwer
Räude, die, räudig"In Mühlbeck, Krina, zuweilen in Authausen, sowie in den angrenzenden Orten der Kreise Wittenberg und Torgau heißt es die Raule, raulich; weiter südwärts die Raude, raudch"
rappen"raffen, das Getreide hinter dem Mäher wegnehmen und zur Seite legen, auch abrappen genannt. Dabei wird vom Rapper der Rapphaken (s.d.) benutzt. M II 331; Teuchert 58 afroopen"
Rapphaken, der"Raffhaken, ein ungefähr 25 cm langes, rundes Stück Holz, an dessen einem Ende ein fingerlanger Stift in Form eines Hakens angebracht ist. Das andere Ende des Rapphakens ist zugespitzt und dient zum Zuknoten des Bindeseils. Er heißt auch Knewwel; knewweln = die Getreidegarben mit Hilfe des Knewwels fest zuschnüren. knewweln bedeutet auch quälen. M II 62"
Rasen, der"Ein mit dem Spaten abgestochenes Stück Rasen heißt im Ostteil der Kreise Bitterfeld und Delitzsch und in den angrenzenden Orten des Torgauer Kreises der Raoschen, in Mühlbeck der Raotschken, in Wöllnau Raoschchen. Die südlichsten Dörfer des Kreises Wittenberg sagen der Ruuschen; in Dahlenberg hörte ich der Runschchen, in Meuro der Ruuschicken"
Rechel, der(kurzes e) Riegel. M II 356
Rechenkäfter, dass. Käffter
reesch"knusprig gebacken – ist in der DH unbekannt; man sagt scharfjebacken"
reinlichim Westen der DH mehr renntlich, im Osten häufiger reenlich
Reitel, der"Reutel, ein kleines, breites Eisen mit einem Stiel zum Abschaben der am Pflug anklebenden Erde. In Tornau, Authausen, Meuro, Reinharz auch Reetel, in Großwig Schareisen, in Krina das Potteleisen. M II 348; Weigand II 564 bezeichnet es als mitteldeutsch, aus oberdeutschem Reedel"
Reitkräte, Reiterkräte, dies. Werre
remmne un dremmnehüben und drüben. M I 254
Riegel, der"Rechel (kurz e); in Mühlbeck der Schitzel; zuschitzen den Riegel vorschieben; s. Vorlegkette"
rinne, raußenhier innen, hier außen. In Triestewitz östlich der Elbe heißt es hinne, haußen. MI 507
Rittergut, das"Wenn Leute auf dem Rittergut zur Arbeit gehen. So sagt man: se jehn uff ‘s Jut oder uff’ n Hoff; nur in Laußig hörte ich ze Howe"
Rotheedchen, dasRothäuptchen, ein Pilz mit rotbraunem Kopf. Das veraltete Wort Heed für Kopf kommt nur noch in Krautheed, Harkenheed, Heedfihl (Kopfkissen) und Heedjarbe vor. M II 365
Rotzschniffel, der"Schimpfwort für einen jungen, naseweisen Menschen. M II 465; s. schniffeln"
Rüböllampe, dies. Funzel
Rüstzeug, dasWill der Bauer Heu oder Stroh fahren, so nimmt er die Wagenbretter ab und setzt dafür die Wagenleitern auf, auf die er noch zwei Querhölzer mit eisernen Spießen und zwei Längshölzer legt. Diese haben Löcher, durch welche die Spieße gehen, so daß das Ganze hält. Durch diesen Aufbau vergrößert er die Ladefläche des Wagens. Das Gerüst heißt in der westlichen DH das Ristzeik oder Ristzeich, in Ogkeln und Großkorgau auch das Jeriste, in Wellaune das Ladezeik. In der östlichen DH habe ich auch die Berje gehört
ruinieren"(mutwillig) zerstören; im Westen der DH rummenieren, im Osten rungenieren"
rumkollern, sich "in den westlichen Orten der DH rumkullern oder sich siel(n) ; im Osten sich siel(n) oder sich seel(n) "
ruppen"rupfen; s. Jras"
Ruß, derin Mühlbeck und Krina der Rust (kurzes u), weiter östlich der Ruust
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Sahnenstock, ders. Hundeblume
Salzlake, die"Die in großen Steintöpfen eingelegten grünen Gurken werden mit Salzlake übergossen, damit sie sauer werden. Die Laoke (mit dumpfem, fast wie o klingendem a); in Görschlitz, Pressel und Wildenhain Laake (mit ganz hellem a), in Düben auch Lorke"
Salzmeste, die"Ein Holz – oder Porzellangefäß zur Aufbewahrung des Salzes; es hängt meist an der Wand (nicht das Salzkippchen, das mit Salz gefüllt auf dem Tische steht). Im südlichen Teil der DH die Saolsmeste; in Krina, Schköna und weiter nördlich die Saolsmetze. Hie und da kommt – metze auch um Düben vor."
Sauerampfer, der"eine Wiesenpflanze, deren sauer schmeckende Blätter die Kinder gern essen; um Düben die Sauerlumpe, in Mühlbeck, Rösa, Krina, Schköna und weiter nordöstlich die Sauerlampe"
Schälichen, das"Untertasse. Das Wort wird von den älteren Leuten noch verwendet, die jüngeren sagen mehr und mehr die Ungertasse; in Pristäblich das Ungerschälichen, in Trossin auch Schielichen. M II 403; Kretschmer 521"
Schampeljongauch Schampeljungk und Schampeljonichen der Champignon, als Eßpilz sehr gesucht
scharf gebackens. reesch
Schaube, dieFrauenhaube. Das Wort wird um Leipzig verwendet, wie Albrecht Seite 206 erwähnt – in der DH unbekannt
schaukeln, sich "ein beliebtes Kinderspiel; in Rösa, Löbnitz, Schnaditz, Wellaune, Pristäblich, Laußig und weiter südlich sich schunkel(n) , sonst in der DH sich schumpel(n) "
Scheepel, ders. Schiepel
Scheinkorb, ders. Kiepe
Schenke, die"neben Kneipe jetzt allgemein üblich; s. Jasthoff"
Schewwer, derSchober
Schienbein, das"wird Schennbeen ausgesprochen. Albrecht § 28; M II 425; s. Knoche"
Schiepel, der"alter Hut; in Meuro, Schköna Scheepel, in Großwig und Meuro auch der Schloosenhieter, in Durchwehna der Schlootenhieter, der so alt ist, daß man ihn in die Schlooten (Schalotten) = Zwiebeln stellen könnte, um die Sperlinge fernzuhalten. M II 410"
Schimpe, dieSchimpfe, Schelte M II 427 – in Triestewitz, östlich der Elbe, die Ausheese
schimpenausschelten M II 428 – in Triestewitz ausheesen. M I 45
schipp! schipp!Lockruf für kleine Hühner
Schippe, die"Schüppe, auch: zum Weinen verzogenes Gesicht, wegen der vorgeschobenen Unterlippe. M II 480; Weigand II 801; Hertel 208; s. Flunnsch"
schipprich"gesprenkelt, von Kleidern, Hühnern usw. gesagt; in Schnaditz, Görschlitz, Authausen, Tornau, Wöllnau, Wellaune, Pristäblich auch schipperscheckch"
Schirm, der"in Mühlbeck, Krina, Schköna, der Scharm; weiter östlich um Düben und im Torgauer Kreise der Schärm; in Reinharz und Großwig der Schürm, in Großkorgau, Meuro und Ogkeln der Schurm"
schlachten, Schlachters. Fleescher
schlack!Schlag! vergleiche jehk!
Schlamms. Modder
Schlehe, die"Frucht des Schlehdorns (Prunus spinosa) in Pressel Schnehlichen mit Umstellung aus Schlehnichen. M II 437; Pritzel-Jessen: Slene in Göttingen. Triestewitz hat auch Schlehnichen"
Schliff, der"klitschiges Brot; das Brot hat e Schliff; es ist nicht aufgegangen beim Backen. M II 442"
schliffig"nicht aufgegangen beim Backen; in der DH schliffch, nur in Meuro, Ogkeln, Großkorgau aund Dahlenberg schliffich"
Schloosenhieter, Schlootens. Schiepel
Schlüssel, der"wird häufig Schnissel ausgesprochen, da die zwei l sich schlecht sprechen lassen; das erste wird dann durch n ersetzt. Es ist derselbe lautliche Vorgang wie in Nilie statt Lilie, oder Balwier statt Barbier, nur daß hier das erste r durch l ersetzt wird. In dem Wort Lorbeer, das zu Norwel wird, ist dieser gleiche Vorgang zweimal eingetreten. Aus Lorbeer wurde Lorwel, da die zwei r sich schlecht sprechen ließen; die nun entstandenen zwei l verursachten die Ersetzung des einen durch n, und so ist Norwel daraus geworden. (Doppelte Dissimillation)"
Schlumper, diein Mühlbeck, Meuro und Authausen für ein schmutziges und liederlich angezogenes Frauenzimmer
Schlunk, der"Schlund, Kehle von Tieren. M II 446; Danneil 196"
Schmeecher, der"Nachtschmetterling und Schmeißfliege. In der DH macht man keinen Unterschied; östlich der Elbe, z.B: in Triestewitz bei Torgau, sagt man dagegen Mottenschmeecher, auch Mottling für Nachtschmetterling; aber Schmeechflieje für die große Brummfliege, die Ihre Einer ans Fleisch legt. M II 449; Weigand II 746 zu schmeichen; Bronisch 179 Schmeiße"
Schmetterling, der"ist der Name für alle Arten. Sie werden nur nach der Farbe unterschieden: weißer Schm. heißt der Kohlweißling; jelwer Schm. der Zitronenfalter. Die Namen Kohlweißling und Zitronenfalter sind nur aus der Schule bekannt. Da das Wort Falter in der Mundart nicht üblich ist, wird es häufig umgebildet, so sagt man in Wellaune Zitronenfeifer, im Mühlbeck Zitronenvogel; Görschlitz bildet Kohlweißling um in Kohlmeißling. Vgl. Müller- Frauenreuth Volkswörter 52. Zitronenvogel klingt an das schlesische Wort Sommervogel für Schmetterling an. In Parczew, einem polnischen Städtchen zwischen Lublin und Brest-Litowsk, hörte ich im Sommer 1917 den jiddischen Ausdruck Simmerveigerle = Sommervöglein. Das Wort Schmetterling war den Juden ungekannt. Schulze 36: botterfoogel; englisch butterfly"
Schmied, derlautet mit norddeutscher Kürze Schmitt
Schmiede, dieheißt um Düben die Schmidde, in Reinharz und Großwig Schmiede, dagegen in Mühlbeck, Krina, Schköna, Söllichau, Durchwehna, Authausen und den Dörfern um Dahlenberg die Schmille und in Meuro und Ogkeln die Schmiele. Schmidde ist mit kurzem i norddeutsch
Schmiedeberg"Der Name der Stadt Sch. wird ausgesprochen: Schmielebarch in Meuro und Reinharz, Schmillebarch in Ogkeln und Groß-Korgau; Schmiedebarch in Großwig; Schmillebark in Söllichau, Dahlenberg, Trossin, Roitzsch und Falkenberg, Schmitteberk in Tornau, Durchwehna und Wildenhain"
Schnehlichens. Schlehe
Schneppe, die"Tülle am Topf zum besseren Ausgießen. M II 461; Kretschmer 541"
schniffeln"den Nasenschleim unangenehm hörbar in der Nase hochziehen. M II 465; Wiegand II 770; vgl. Rotzschniffel"
schnitzeln"mit dem Messer an einem Stück Holz herumschneiden heißt in der DH schnippern; in Krina, Pressel und Wildenhain habe ich auch pitzeln gehört, in Laußig, Dahlenberg, Falkenberg, Roitzsch und Trossin auch bertzeln"
Schober, derwird allgemein Schewwer ausgesprochen
schöner"im nördlichen Teil der DH, um Krina, Schköna, Meuro: schenner; im Süden scheener, in Trossin schennter"
schrie, er"in dem Satze: da schrie doch jemand dao schreck doch eens!; in Reinharz, Großwig, Großkorgau er schrich (kurz i) bei Düben schrick, sonst in der DH schreck, zuweilen schreek"
Schrote, die"großes, abgeschnittenes Stück Fleisch; s. auch Speckseite. Es ist ein niederdeutsches Wort und kommt in Wörterbüchern wie Frischbier u. and. vor. Das zughörige Zeitwort schroten = grob mahlen findet sich auch noch weiter südlich, wo das Hauptwort fehlt, so in den Wörterbüchern von Kürsten und Döring. Weigand II 793"
Schruppe, dieein kleines, dreieckiges Eisen, das an einem Stiel befestigt ist und zum Abschälen der Rinde von den gefällten Stämmen dient. In Ogkeln, Görschlitz, Pristäblich Schruppe, sonst überall Schälleisen. Das Wort Schrupper = Scheuerbesen hängt damit zusammen und ist niederdeutsch. Kretschmer 405.
schüpprichs. schipprich
schütterdünn – in der DH unbekannt
Schützel, ders. Kettel
Schuhwerks. Jeschiete
schullen"Kinderwort für mingere. M II 479; Bronisch 189 wendisch tsulas (gesprochen tschulatsch)"
schuppenschuppsen, mit kurzem Stoß fortschieben. M II 481
Schuuk, der"Schuh, Merhzahl auch Schuuk; e Paar Schuuk; s. Jeschiete. M II 478"
Schwanzjelt, das"ein Trinkgeld, das der Fütterer beim Verkauf von Vieh bekommt; M II 490; Bruns 42 unter Leinekauf"
schwappevoll"so voll, daß es beim geringsten Anstoßen überläuft; um Bitterfeld und Düben jeschwappte vull; in Ogkeln, Großkorgau, Dahlenberg, Trossin, Roitzsch jeschwuppte vull"
schweimlich"schwindlig; in Mühlbeck, Korgau, Dahlenberg, Trossin schwalmlich, in Schwemsal schwalmrich, schweimrich; niederdeutsch schwiemelig. M II 494; Weigand II 818, 824"
Schwein"das männliche, geschnittene Mastschwein heißt in der westlichen DH in Mühlbeck,Rösa, Krina der Borch, Burch, auch Bork; von Düben an ostwärts der Kunsch (lang u)"
schwülin der DH demmsch, im Wittenberger und Torgauer Kreise demmsich
schwump"schwamm. M II 497; Weigand II 824; Schulze 44"
sehre, setter, an settstensehr und die dazugehörigen, häufig gebrauchten Steigerungsformen. M II 504
Seiger, der"Wanduhr; in der DH der See-er, in Görschlitz, Authausen und weiter östlich bis über die Elbe Seecher. M II 306"
sein"Es heißt allgemein in der DH sinn, z.B. er muß boale durt sinn; se sinn boale da; weiter sagt man biß für sei z.B. Biß ruhich! und jewäst z.B. se is durt jewäst”"
Sellerie, derallgemein Zellerie, nur um Reinharz und Dahlenberg Sellerie
Sense kloppendie Sens dengeln, die Schneide der Sense durch Klopfen schärfen. Man benutzt dazu den Klopphammer mit breiter Schneide und klopft auf dem einem kleinen Amboß ähnlichen Kloppeisen, das auch Kloppstickchen oder – bellchen heißt.
simmelieren"nachdenken, überlegen. M II 521; Weigand II 867; Bronisch 180"
sinns.sein
sitzen"er muß sitzen, im Gefängnis sitzen; s. brummen"
sogleichs. klei
Sommerfädens. Weiwersummer
spaltens. spellen
sparrklichsperrig, z.B. das Reisholz is sehre sparrklich ist sperrig, nimmt viel Platz ein.
Spatzs. Sperling
Speckseite"in der DH die Speckseite, im Kreis Torgau und weiter östlich die Speckschrote, in Pressel hörte ich die Seitenschrote (mit Rippen) schroten bedeutet grobe Stücke abschneiden, z.B. Schrotsäge; auch der Name Schröter hängt damit zusammen"
Speckstocks. Hundeblume
Speiler, derHölzchen zum Wurstverschließen und – aufhängen. M II 534
spellen(Holz) spalten. M II 535
Sperling, der"Sperling ist gebräuchlicher als Spatz. In Mühlbeck, Rösa, Krina, Schköna und um Meuro und Reinharz der Sparrlink, sonst überall Spärrlink; daneben in Mühlbeck, Rösa, Krina, Pressel und Pristäblich der Spaoz, in Mühlbeck auch Spoazcher, sonst in der DH Spatz (kurz a). M II 233"
Spilling, dereine hellgelbe Pflaumenart von der Größe einer Hauspflaume. Das Wort ist im Bitterfelder Kreise unbekannt, hier sagt man nur Roßflaumen oder Eierflaumen. Um Torgau und westlich bis Falkenberg, Roitzsch und Wöllnau ist Spilling gebräuchlich. In Pressel, das genau an der Grenze liegt, hörte ich der Spirtling. M II 539
Spinde, die"gesellige Zusammenkunft der jungen Leute an Winterabenden Fortsetzung der Spinnstube; M II 540. In der Stadt Delitzsch bedeutet Sp. heute eine Nachmittagsgesellschaft der Damen. Bronisch 180"
Spinne, die"allgemein so, nicht Kanker; vergl. Albrecht 442"
Spraue, die"Spreu, Weizenschalen und sonstiger Abfall beim Dreschen des Getreides, dient als Viehfutter; M II 544; das Wort wird häufig mit Straue verwechselt, was aber Kiefernnadeln bezeichnet, die als Einstreu dienen. Spraue ist hochdeutsch für niederdeutsch Kaff. Weigand II 930"
Spraukorb, ders. Kiepe
Spuk, derLärm, Geschrei, besonders der Kinder. Die Großmutter ermahnt ihre Enkel: Macht nich solchen Spook! nur um Meuro und Falkenberg Spuuk
spukt, es"es ist nicht geheuer, Gespenster gehen um: `s spookt; um Meuro und Falkenberg `s spuukt, in Roitzsch auch `s spiekt; daneben hört man zuweilen `s scheecht"
Stacheet, das"(Betonung auf dem ee) Lattenzaun; M II 549; Albrecht § 182; s. 1) Drahtzaun und 2) Stacheete"
Stacheete, dieZaunlatte. M II 549
starb, er "heißt stoarb, um Düben sturb; in Dahlenberg, Flakenberg und Trossin auch storb"
Starkasten, der"Nistkasten für Stare. Starbeute, da Albrecht 216 hat, ist in der DH unbekannt; in Triestewitz bei Torgau die Starholle"
Staubicht, der"Du Stoowicht! halb scherzhaftes Scheltwort für einen herumtobenden kleinen Jungen; eigentlich einer, der Staub aufwirbelt beim Herumtoben"
stankenstauchen, mit niederdeutschem, unverschobenem k.
Steener"Mehrzahl: Steine. Albrecht § 182; in Löbnitz, Krina auch Steene."
Steppsel, der"Stöpsel. M II 568; Weigand II 978; Kretschmer 368"
Sterze, die"Pflugsterze, die beiden Stangen mit Handgriffen, mit denen der Pflug gelengt wird; in Dahlenberg auch die Fluukjawwel. M II 562"
stieß, er"heißt meist er stoß (kurz o), auch er stooß; daneben auch hochdeutsch er stieß. Aus der Unsicherheit heraus, die in der Mundart über die Bildung dieser Form besteht, sagt man in Löbnitz, Pristäblich, Laußig und auch in Pressel er stoßte; oder man ersetz das Wort völlig durch er schuppte"
Stippes. Titsche
Stößer, der"Raubvogel, der herabstößt, besonders der Hühnerhabicht heißt Steeser; in Krina, Schköna, Görschlitz und Wellaune Steesert; in Mühlbeck, Rösa, Löbnitz und Schnaditz, auch in Schwemsal Stoosert"
stoppeln"nach dem Abernten der Früchte die noch übrigen sich unentgeltlich holen, heißt in der DH stuppeln, z.B. Kartuffeln stuppeln; um Meuro und Trossin stoppeln"
Straue, die"Einstreu fürs Vieh. M II 575; s. auch Spraue"
Streuselkuchens. Jrumpeln
Striezbichse, die"aus einem Holunderast hergestellte kleine Wasserspritze. Striez = lautnachahmend; M II 577; Danneil 207 Sprüttbüß"
Strohs. Moosch
Sturm, derBeim Läuten der Kirchenglocken wird in drei Abschnitten geläutet, jeder einzelne heißt e Sturm, in Mühlbeck und Meuro auch Starm, um Düben auch Storm. Die Mehrzahl dazu lautet die Stärme, in Krina Starme, in Ogkeln und reinharz Sturme
nach oben
taatschenein kleines Kind nachahmen im Sprechen, in Pressel täätschen, in Söllichau täätscheln
Tanne, die"(Abies picea) als Weihnachsbaum verwendet; sie wird nie als Fichte bezeichnet; Fichte ist in der DH die Kiefer. M I 194"
Tast, der"bedeutet in Triestewitz bei Torgau das in der Banse (s.d.) aufgestapelte Getreide; eitasten das Getreide einschichten: in der DH unbekannt. Vg. Teucher, Zeitschrift für deutsche Mundarten 1923, S. 174 ff. Danach ist das Wort flämischen Ursprungs"
Tawwaksfeife, diea. Backschiffel
Tenne, das(nicht die!!) s. auch Banse
Theaters. Kummeedche
Tirol, Tiroler, derPirol (Oriolus galbula). Der scheue Vogel ist wenig bekannt. Sein Ruf Papa Bülow! wird von den Arbeitern auf dem Felde gedeutet als Sollst Bier holn! Vgl. Müller, Volkswörter 50. In Düben, Schnaditz Tirol, in Authausen und Triestewitz Tiroler, sonst in der DH unbekannt. Suolhti 71
Tischler, der"Die alten Leute sagen noch Tischer, die jüngeren bevorzugen Tischler. M I 222; Kretschmer 527"
Titsche, die"Dicke Sose, meist mit Zwiebeln angerichtet, die abends zu Pellkartoffeln gegessen wird, heißt Ziwweltitsche; im Osten der DH, um Dahlenberg, ebenso in Rösa, Löbnitz und Laußig Ziwwelstippe"
Töbs, der"Lärm, Geschrei der Kinder Teewes; in Kossa, Pristäblich und Laußig Teebs. M I 224"
trockenin Mühlbeck, Krina, Schköna und im Kreise Wittenberg dree-e, südlich der genannten Orte dreeje. M I 248
tröpfelt, es"beginnt zu regnen `s trippelt; in Wöllnau, Wildenhain und Roitzsch `s treppelt. M I 253; Weigand II 1073"
Tunke, diein Triestewitz neben Briehe gebräuchlich. M I 264
nach oben
Überzugs. Ewwerjeziehe
Uhrzeigers. Weiser
Umband, Unband, der"halbe Kose-, halb Scheltwort für ein wildes, unbändiges Kind. M II 596; Weigand II 1111"
umpaß, unpaß"unpäßlich, unwohl sein; um 1922 nur noch von den ältesten Leuten gebraucht. M II 599"
Ungertasse, dies. Schälichen
Untäätchen, das"kleiner Fehler: `s is kee Untäätchen dran! z.B. an einer neuen Schürze ohne jeden Fehler. M II 600; Weigand II 1122; Bronisch 181"
unterkötig"eine Vereiterung tief unter der Haut: `s is ungerkeetch; in den angrenzenden Teilen des Wittenberger und Torgauer Kreises ungerkeetich"
nach oben
verlechzen"undicht werden von Holzgefäßen infolge von Trockenheit; M II 155; Weigand II 36; in Schköna, Sollichau, Schnaditz verlecht (kurz e); in Düben, Kossa vertreechet; in Ogkeln, Torgau, Korgau, Dahlenberg zesammjetreechet"
vermooschenverstreuen. `s Vieh mooscht met’ s Futter, wenn es damit verschwenderisch umgeht und viel verstreut. M II 251 s. mooschen
verzogenein verzogenes Kind ist vertaatscht, in Görschlitz vertätschelt
Vesper, dass. Hallwahmt
vespern"nachmittags auf dem Felde gegen 4 Uhr essen; Weigand II 1172; Kretschmer 548; s. Hallwahmt"
Volk, dasWenn Kinder viele Spielkameraden mitbringen, schilt wohl die Mutter: `s janze Volk habt’ r mettjebracht! auch de Bande, de Bagasche, de Bucht, `s janze Dorf, de Kolonne, `s Treim
vollendsUm Düben vullchern, vullcherns, auch vulltern, vullterns, in Ogkeln vullns, in Meuro vullchens
Vorlegkette"mit Stecker um Düben der Kettel; Düben und Schnaditz auch der Stecker, um Dahlenberg der Rechel (kurz e); s. Riegel"
vorneweck vorweg (z.B. gehen), auch vorher (zeitlich)
Vuchelscheeche, die( kurz u) Vogelscheuche, s. Poopelmann
vull"voll; M II 625, Weigand II 1180"
nach oben
Waan, Wääne"(Mehrzahl) Wagen; in Mühlbeck sagen die ältesten Leute auch die Waane. M II 633; Weigand II 1197"
Waschbrett, das"nur Schköna hat noch dass alte Wort Rumpelbrett; in der DH Waschbräät, in den angrenzenden Teilen des Wittenberger Kreises Waschbrett"
Wasserblase, - fanne, die"in den Ofen eingemauerter Kessel, in dem sich stets warmes Wasser befindet; meist Wasserfannne, auch – schiffchen; nach der runden Form zuweilen – blase. M I 115; Kretschmer 124"
Weide, die(Salix) wird Weide, Weile ausgesprochen, in Krina und Schköna de Wäle. Die Mehrzahl lautet de Wein-n, in Krina und Schköna de Wän-n
Weidenschäleisen, das"Schäleisen; in Ogkeln, Görschlitz und Pristäblich de Schruppe; s. dieses Wort"
Weiser, der"Uhrzeiger. Die alten Leute bevorzugen noch Weiser; die Jugend sagt durchweg Zeicher. M II 652"
weil"in der Bedeutung während, englisch while. Weil ich schlief, da kam he. M II 650; Weigand II 1230"
Weiwerkriek, der"Hauhechel (Ononis spinosa). Ob der Name daher kommt, daß die Frauen mit der auf der Wiese wachsenden stacheligen Pflanze im Kriege liegen, weil diese ihren Röcken oder ihnen selbst beim Barfußgehen während der Heuernte gefährlich wird? Schon im Althochdeutschen vrowencrik. Pritzel-Jessen belegt Weiberkrieg für die Mark Brandenburg: Frauenstreit heißt es in Ostpreußen; Mädekrie in der Mark Brandenburg bei Sommerfeld; Müller-Frauenreuth II 648 hat Weiwerzank für Ginster"
Weiwersummer, derSommerfäden, im Herbst in der Luft herumfliegende Spinngewebe
Weiwessen, das"Weibsen, Weibsperson, im Gegensatz zu Mannsen; M II 648"
Wellerwand, die"Lehmwand. Die nach dem Weltkrieg wieder in Aufnahme gekommene Art, Häuser aus Lehm zu bauen, der mit Stroh oder Heidekraut vermengt ist, heißt wellern, solch eine Wand Wellerwand; der Meister, der den Bau solcher Häuser leitet und die Wände dann mit einem besonders geformten Beile glättet, heißt Wellermeester. M II 654; Weigand II 1238"
werdens. jeworrn
Werg, dasFlachsreste, in Mühlbeck und im Wittenberger Kreise Wark, in Schköna Warch, um Düben Werk, seltener Werch.
Wermut, dieTeepflanz (Artemisia absinthium) in Mühlbeck, Krina, Schköna und weiter nördlich die Warmte, um Düben und südlich der genannten Orte die Wärmte.
Werre, die"Maulwurfsgrille ( Gryllotalpa). Da sie die Wurzeln des Getreides abfrißt, gilt sie als sehr schädlich. M II 659. In Roitzsch, Pressel, Weidenhain, Laußig, Wöllnau heißt sie Reitkräte, in Schköna Reiterkräte; M II 350; Reit- und Reiter entstellt aus Reut-, Rodwurm, der die Felder umreutet, umrodet; in Wellaune Drahtwurm, entstellt aus Rodwurm. Sie gilt als so schädlich, daß selbst ein Fuhrmann mit vier Pferden anhalten soll, um sie zu töten"
wieder"in Mühlbeck, Krina, Schköna und in der nördlichen DH weller; im südlichen Teil wedder; Düben steht als Stadt dem Hochdeutschen näher und sagt widder"
wieten"jäten, meist in der Verbindung Mohrriem wieten = das Unkraut aus den Mohrrüben jäten; sonst sagt man Jraas ruppen = jäten. M II 664; Weigand II 1262, wieten ist norddeutsch"
Wirrstroh, dass. Moosch
WöllnauDorf südöstlich von Düben. In der Mundart der entfernter liegenden Orte lautet nach Wöllnau noa Wellne, in den umliegenden Dörfern noa dr Welln oder noa Drewelln, so daß ein Fremder glauben könnte, das Dorf heiße Drewelln
Wollknäuels. Knaul
nach oben
zähezach (kurz a), es hat auch die Bedeutung geizig (d.h. zähe im Geldausgeben)
Zaun, ders. Drahtzaun
zee! zee!"Ruf der Kinder beim Haschespiel, wenn sie nicht geschlagen sein wollen; ich konnte es nur in Krina, Tornau, Pristäblich und Wildenhain feststellen; vgl. Albrecht Vorwort S. V."
zehkeln"sich auf die Zehenspitzen stellen, um größer zu erscheinen; in Ogkeln unbekannt. M II 696"
Zeigers. Weiser
zeitig"frühzeitig, in Mühlbeck, Krina, Schköna zeile; nördlich und östlich von Düben, auch im Wittenberger und Torgauer Kreise, zeitlich; in Düben und weiter südlich zeitch"
Zelle, diesechseckiges Loch in der Bienenwabe, nirgends in der DH Diese, was Albrecht 101 hat
zermäärscheln, zermeerscheln"im Meerschel (s.d.) zerstampfen. M II 250; Weigand II 220"
Zieche, die"Bettbezug, nur in Falkenberg und Wildenhain angetroffen; Kretschmer 118; s. Ewwerjeziehe"
Ziege, diewestlich der Orte Schköna, Krina, Rösa, Schnaditz, Wellaune, Laußig die Zicke, östlich davon die Ziche (kurz i)
Ziegenbart, der"ein Pilz; im Westen der DH der Zickenboart; im Norden und Osten der Zichchenboart; in Meuro, Dahlenberg und Trossing Zingnboart, in Pristäblich auch der Schwammpilz"
Ziegenmist, der"in der nördlichen DH Nurweln, im Süden Norweln. Der Ziegenmist wird mit Lorbeekörnern verglichen, und das Wort Lorbeer wird zu Norwel; vgl. Schlüssel"
Ziehborn, ders. Born
Zinken, der"eine der Eisenspitzen einer Gabel; in Meuro und Reinharz der Zinke, in Pristäblich die Zinke M II 706"
Zitronenfeifer,- vogel, ders. Schmetterling
Ziwwel, die"Zwiebel. M II 720. Triestewitz hat nur Zwiwel (kurz i); Ziwwl wurde dort missverstanden"
Zuckerkand, der"(Betonung auf dem a) Kandiszucker. Das Bestreben, den Ton den deutschen Betonungsverhältnissen anzupassen, hat in Löbnitz, Großwig, Korgau, Falkenberg, Pristäblich, Wildenhain die Betonung auf dem u hervorgerufen. Das Word Kandiszucker ist der Mundart völlig fremd. M II 11; Weigand II 1341"
Zuckertiete, die"Tüte mit Zuckerwerk, die den Kindern aus der Stadt mitgebracht wird; auch Jipp mich e bißchen Zuckertiete! d.h. etwas vom Inhalte. M I 270"
zukettelnmit einem Kettel (s.d.) verschließen. Weigand I 1027
Zwiwwel, dies. Ziwwel

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Quellenverzeichnis
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Stier Abgrenzung der Mundarten im Kurkreise.  Ghmn. Progr.Wittenberg 1862.
Suolachti, H.  Die deutschen Vogelnamen.  Eine wortgeschichtliche Untersuchung. Straßburg  1909.
Teuchert, H. Aus dem neumärkischen Wortschatze. Zeitschr. f. deutsche Mundarten.  1909.
Teuthonista Zeitschrift für deutsch Dialektforschung und Sprachgeschichte.  1924-34.  Herausgegeben von H. Teuchert.
Weigand Deutsches Wörtebuch 9. Auflage, herausgegeben von Hirt. 1909.

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